Virtuelle Laufwerke für CDs und DVDs: Kostenlose Tools im Überblick


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    Daemon Tools SetupSoftware auf CDs oder DVDs zu kaufen ist mittlerweile schon die Ausnahme, aber häufig gibt es die großen Programmpakete (Office, MDOP, WAIK, etc.) und Betriebssysteme als Download im ISO-Format. Aber selbst wenn man Software, Audio- oder Video-Daten auf einem optischen Datenträger bekommt, möchte man sie nicht ständig von dort abspielen. Das umständliche Hantieren mit den Datenträgern, die Geräuschentwicklung und die relativ langen Zugriffszeiten sprechen dagegen. Einige kostenlose Tools helfen dabei, diese Prozedur zu vermeiden, indem sie virtuelle CD- und DVD-Laufwerke einrichten.

    Sie haben gegenüber den Hardware-Geräten einige Vorzüge. Dazu zählt zu allererst, dass sie heruntergeladene ISO-Images direkt ausführen können, ohne dass man sie auf CD oder DVD brennen muss. Das spart Zeit und Geld.

    Virtuelle Laufwerke besser als physikalische

    Auch umgekehrt, wenn man die Daten auf CD/DVD hat, spricht einiges dafür, sie als ISO-Image auf die Festplatte zu kopieren und über ein virtuelles Laufwerk anzusprechen. Dort ist der Zugriff schneller, so dass es kein Ruckeln beim Ansehen von Videos gibt. Außerdem verlängert diese Art der Nutzung auf Notebooks die Akku-Laufzeit, weil DVD-Laufwerke mehr Strom verbrauchen. Außerdem schont sie das physikalische Abspielgerät und beugt so seinem frühzeitigen Ausfall vor.

    Bei ISO-Abbildern von Setup-CDs muss man nicht unbedingt virtuelle Laufwerke nutzen, um die darin enthaltene Software installieren zu können. Packer wie 7-Zip können Dateien aus ISO-Abbildern extrahieren, so dass man sie nicht mounten muss, um an ihren Inhalt zu gelangen. Ebenfalls unkompliziert ist der Zugriff auf Images aus virtuellen Maschinen heraus, etwa wenn man dort Windows installieren möchte. VMware Player oder Virtual PC können eine ISO-Datei als CD/DVD-Laufwerk ansprechen und von dort booten. Das funktioniert mit virtuellen Laufwerken auf einer physikalischen Installation natürlich nicht.

    Gizmo Drive

    Gizmo Drive richtet mehrere virtuelle CD/DVD-Laufwerke ein, in die man ISO-Dateien mounten kannDie kostenlose Software von Arainia Solutions ist Teil eines Pakets, das Gizmo Central heißt und das zusätzlich einen Editor, ein Tool zum Aufzeichnen von Makros, einen Query Analyzer für Datenbanken sowie ein Programm zum Berechnen von Hash-Werten für Dateien und Ordner enthält. Das Setup lässt aber die Installation einzelner Komponenten zu, so dass man Drive alleine installieren kann.

    Nach der Installation bietet das Tool standardmäßig 10 virtuelle Laufwerke an, diesen Wert kann man über die Optionen verändern und bei Bedarf jeden freien Laufwerksbuchstaben belegen. Die Software ergänzt das Kontextmenü von ISO-Dateien im Windows Explorer um die zwei Einträge mount und burn. Daher kann jedes Image sehr einfach einem virtuellen Laufwerk zugeordnet werden.

    Neben virtuellen Laufwerken bietet Gizmo noch einige andere Funktionen für ISO-Dateien und optische Datenträger. So kann es Verzeichnisse oder Laufwerke in eine ISO-Datei packen und diese auf CD/DVD brennen. Neben ISO-Images kann es auch VHDs mounten, was unter Windows 7 wenig Nutzen hat, weil das Betriebssystem selbst dazu in der Lage ist. Aber unter XP und Vista ist dies ein willkommenes Feature.

    Die aktuelle Version 2.7 liegt nur in einer 32-Bit-Ausführung vor. Da die Software einen Treiber installieren muss, ist sie unter Windows 7 x64 nicht funktionsfähig. Der Hersteller kündigt in seiner Roadmap jedoch eine 64-Bit-Version an.

    Daemon Tools Lite

    Die Daemon Tools Lite konzentrieren sich auf die Bereitstellung virtueller Laufwerke inklusive einiger interessanter OptionenDie Daemon Tools Lite sind eine schlanke Software, die sich auf die Bereitstellung virtueller Laufwerke konzentriert. Per Voreinstellung bietet es ein virtuelles SCSI-Gerät, bei Bedarf können drei weitere hinzugefügt werden.

    Das Mounten von Images erfolgt über das schlanke Interface der Software ("Image- und Laufwerksverwaltung"), in der man eine Bibliothek von häufig benutzten Images anlegen und diese einem Laufwerk zuordnen kann. Die Daemon Tools unterstützen neben ISO eine Reihe proprietärer Formate, darunter .cue und .nrg. In den Optionen lassen sich die dazu gehörenden Extensionen mit den Daemon Tools, so dass diese bei einem Doppelklick auf eine assoziierte Datei im Explorer starten. Einen mount-Eintrag im Kontextmenü der Datei erstellt die Software nicht.

    Zu den besonderen Features der Daemon Tools Lite zählt, dass für jedes virtuelle Laufwerk der Code für die DVD-Region individuell festgelegt werden kann. Außerdem ist das Programm in der Lage, mehrere Kopierschutzmechanismen zu emulieren, darunter RMPS und SafeDisc.

    Die sehr schlichte Oberfläche ohne Menüs zwingt den neuen Benutzer anfangs zur Suche nach den Befehlen und Einstellungen der Software. Die findet man schließlich nach einem Rechtsklick auf das Icon im System-Tray, während die so genannte Image- und Laufwerksverwaltung nur das Sammeln und Mounten von Images sowie das Einrichten neuer Laufwerke zulässt.

    Die Daemon Tools Lite laufen bereits unter der 32- und 64-Bit-Version von Windows 7. Um sie zu deinstallieren, muss man in das Programmverzeichnis wechseln und dort uninst.exe aufrufen, weil ein Eintrag unter Systemsteuerung => Programme nicht angelegt wird.

    Virtual CloneDrive

    Virtual CloneDrive ist der Minimalist unter den Tools zur Einrichtung virtueller CD-LaufwerkeDie Freeware der Schweizer Firma Elaborate Bytes AG ist ebenfalls ein schlankes Tool, das sich auf die Einrichtung von virtuellen Laufwerken spezialisiert und keine weiteren Funktionen für das Bearbeiten von ISO-Images oder zum Brennen von CDs/DVDs anbietet.

    Nach dem Start präsentiert sich Virtual CloneDrive mit einer minimalen Oberfläche, die aus einem kleinen Fenster mit 3 Registerkarte besteht. In der ersten finden sich Einstellungen, in der zweiten kann man die Sprache des Produkts (darunter auch Deutsch) festlegen und die dritte dient nur noch der Info über die Software.

    Die Optionen beschränkten sich im Wesentlichen auf die Anzahl der virtuellen Laufwerke (maximal 8) sowie das Management von ISO-Dateien, die sich die Software nach Gebrauch merken, automatisch mounten und beim "Auswerfen" der CD wieder trennen kann.

    Die Zuordnung eines Images erfolgt entweder über die Oberfläche der Software, das Laufwerks-Icon unter Computer oder das Kontextmenü einer ISO-Datei. Andere Formate als ISO erwähnt Virtual CloneDrive an keiner Stelle, so dass es sich auch hier minimalistisch zeigt.

    Das Programm läuft laut Hersteller sowohl unter 32- als auch 64-Bit-Versionen von Windows.

    2 Kommentare

    Bild von HP
    HP sagt:
    14. Dezember 2010 - 13:10

    Ein weiteres Freeware Tool das ich gerne verwende ist MagicDisc.

    http://www.magiciso.com/tutorials/miso-magicdisc-overview.htm

    Ähnlich Daemon Tools Lite ist es eher ein Lockmittel für die Kaufversionen und bietet auch unnütze Installoptionen an. Trotzdem ist die unterstützte Formatanzahl sehr gut.

    HP

    Bild von tut nichts zur sache
    tut nichts zur sache sagt:
    22. Januar 2013 - 20:11