Virtuelle Maschinen unter Hyper-V automatisch starten und beenden

    Hyper-V StartaktionenMit zunehmender Leistungsfähigkeit der Server steigt auch die VM-Dichte pro Host, so dass vom Herunterfahren einer Maschine gleich eine ganze Reihe von Services und Anwendungen betroffen ist. Immerhin besteht die Möglichkeit, bei geplan­ter Downtime festzulegen, wie sich die VMs bei einem Neustart verhalten sollen.

    Während in größeren Umgebungen zumindest wichtige VMs per Live Migration auf andere Hosts verlagert werden, bevor man einen Server wegen Wartungsarbeiten aus dem Verkehr zieht, kann es bei einzelnen virtualisierten Rechnern der Fall sein, dass man die darauf laufenden VM gleichzeitig mit dem Host herunter- und wieder herauffährt. Dabei ist es nicht nötig, die Gäste einzeln manuell aus- und wieder einzuschalten.

    Startoptionen für virtuelle Maschinen

    Das Verhalten von VMs beim Herunterfahren und beim Neustart eines Hosts kann man im Hyper-V Manager festlegen. Dort finden sich in ihren Eigenschaften unter Automatische Startaktion 3 Optionen:

    • Keine Aktion
    • Automatisch starten, falls die Ausführung beim Beenden des Dienstes stattfand
    • Virtuellen Computer immer automatisch starten

    Der erste Punkt heißt nichts anderes, als dass eine VM immer manuell gestartet werden muss. Das Kauderwelsch unter Punkt 2 besagt, dass die VM nur dann automatisch gestartet werden soll, wenn sie aktiv war, als der Host heruntergefahren wurde. Die Wahl der dritten Option bewirkt, dass die VM immer beim Booten des Hosts hochgefahren wird.

    Den Start von VMs nach einem Reboot des Hosts kann man über 3 Optionen und zeitliche Verzögerungen steuern.

    Boot-Reihenfolge von VMs bestimmen

    Entscheidet man sich für eine automatische Startoption, dann besteht zusätzlich die Möglichkeit, über die Startverzögerung die Reihenfolge zu beeinflussen, in der die VMs booten. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn in einer virtuellen Maschine ein Service läuft, der von anderen VMs benötigt wird, beispielsweise ein DNS-Server oder eine Datenbank.

    Eine Verzögerung von einer Dauer, die eine vorausgehende VM zum Starten braucht, ist die einzige Möglichkeit, um die Start-Sequenz zu steuern. VMware ESXi bietet dagegen eine explizite Sortierfunktion für VMs, die man um eine Verzögerung ergänzen kann.

    Verhalten von VMs beim Herunterfahren des Hosts

    Beim Herunterfahren des Hosts bietet der Hyper-V Manager unter dem Menüpunkt Automatische Stoppaktion ebenfalls 3 Optionen:

    • Status des virtuellen Computers speichern
    • Virtuellen Computer ausschalten
    • Gastbetriebssystem herunterfahren

    In den meisten Fällen wird die Standardeinstellung, nämlich den Status der VM zu speichern, erwünscht sein. Sie ist vergleichbar mit der Funktion Suspend in VMware Workstation, weil sie den aktuellen Zustand der VM auf die Festplatte schreibt und dieser dadurch auch den Neustart des Hosts überlebt. Nach dem Hochfahren der VM setzt sie dort fort, wo sie aufgehört hat. Läuft in der VM ein Domain Controller, dann sollte man diese Option meiden, weil sie zu Synchroni­sierungs­problemen führen kann.

    Unter Stoppaktionen finden sich 2 Varianten des Ausschaltens sowie die Option, die VM im aktuellen Status fortzusetzen.

    Die beiden anderen Varianten sind verschiedene Formen des Ausschaltens. Die elegantere der beiden ist Gastbetriebssystem herunterfahren, aber sie setzt voraus, dass darin die Integrationsdienste ausgeführt werden. Andernfalls bleibt nur das primitive Ausschalten, das dem Ziehen des Netzsteckers in der physikalischen Welt gleichkommt.

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