VMs installieren und konfigurieren mit der VMware Remote Console

    VMRC StandaloneDie VMware Remote Console dient nicht nur dazu, das Gast­betriebs­system einer VM anzuzeigen und es über Maus und Tastatur zu steuern. Vielmehr eignet sich das Tool auch, um die VM hoch- und herunterzufahren, ihre Einstellungen zu verwalten oder die VMware Tools zu installieren.

    Die Besonderheit an VMRC besteht darin, dass sie ähnlich wie Microsofts VMConnect eine Verbindung über den Host aufbaut und daher in der VM keinen Agent und keine Konfiguration von Remotedesktop erfordert. Das Tool dient zwei wesentlichen Aufgaben, nämlich der Interaktion mit dem Gast­betriebs­system und dem Management der VM.

    Ausführung als Plugin und Standalone

    Üblicherweise startet man VMRC von innerhalb des vSphere Web Client, wenn man im Kontextmenü einer VM den Befehl Konsole öffnen ausführt. Nutzt man Google Chrome oder Firefox, dann laden diese Browser das VMRC-Plugin.

    Die Konsole auf Basis des VMRC-Plugin dient primär der Interaktion mit dem Gast-OS und bietet keine Management-Funktionen.

    Nachdem Google das Netscape-API für Plugins nicht länger unterstützen möchte und der Internet Explorer dies nie getan hat, implementierte VMware VMRC in der Version 7 als Standalone-Programm.

    Dagegen startet die Standalone-Version in einem eigenen Fenster und bietet Funktionen für das VM-Management.

    Es verbindet sich nicht nur mit einem vCenter Server, sondern auch direkt mit einem ESXi-Host. Daher könnte man VMRC auch unter ESXi Free statt des alten vSphere Clients für gängige Tätigkeiten des VM-Managements verwenden.

    Zugriff auf lokale Geräte

    Die Remote Console ist allerdings nur in der Lage, bestehende VMs zu öffnen oder zu bearbeiten, neue anlegen kann sie nicht. Dennoch spielt sie bei der Einrichtung neuer VMs eine zentrale Rolle, weil sie diese mit lokalen Geräten verbindet, von denen man in der Regel die Installations­medien laden möchte.

    Im vSphere Client kann man einer VM erst ein lokale ISO-Datei zuordnen, nachdem man sie gestartet hat.

    Nachdem man über den Wizard des vSphere Web Client eine neue VM erzeugt hat, muss man diese erst starten, um das virtuelle DVD-Laufwerk einer lokalen ISO-Datei zuordnen zu können. In der Zwischenzeit versucht die VM aber schon, ein Betriebssystem über das Netzwerk zu booten. Daher öffnet man nun mit dem entsprechenden Befehl die Konsole und erzwingt über die Schaltfläche Send Alt+Ctrl+Delete den Neustart der VM, der dann von CD/DVD erfolgt (dies entspricht weitgehend der Prodedur zur Installation einer VM im vSphere Client).

    Nach dem Zuordnen der ISO zum virtuellen DVD-Laufwerk kann man die VM in der Konsole neu starten.

    Gast installieren über externe VMRC

    Der vSphere Web Client enthält für jede VM auf der Registerkarte Übersicht den Befehl Konsole starten, der jedoch ausgegraut ist, wenn die VM ausgeschaltet ist oder das Browser-Plugin von VMRC nicht ausgeführt werden kann (etwa im IE).

    Die Standalone-Verion von VMRC kann sich mit einer VM verbinden, bevor sie gestartet wird.

    Daher findet sich unterhalb ein Link zur Ausführung der externen Variante von VMRC. Ist diese installiert, dann steht sie schon zur Verfügung, bevor man die VM einschaltet, so dass man ihr schon in diesem Zustand ein Startmedium zuordnen kann. Anschließend lässt sie sich die VM direkt aus der VMRC booten.

    VMRC direkt ausführen

    Startet man VMRC aus dem vSphere Web Client, dann gibt er dem Aufruf die erforderlichen Argumente mit. Wenn man diese selbst zusammenstellt, dann kann man das Programm auch direkt aus der Adressleiste eines Browsers oder eines Windows-Ordners starten. Die Syntax dafür lautet:

    vmrc://<Benutzername>@<FQDN von vcenter oder ESXi>/?moid=<ID>

    Bei der Installation registriert das Programm einen Protokoll-Handler für vmrc://, so dass der Browser einen solchen URI verarbeiten kann.

    VMRC lässt sich direkt aus dem Browser starten, wenn man ihr die nötigen Argumente mitgibt.

    Den Benutzernamen (für vCenter oder ESXi, nicht das Gast-OS) und den Hostname bzw. die IP-Adresse des vCenter- oder ESXi-Servers hat man normalerweise zur Hand, die Managed Object ID (moid) muss man dagegen erst über den Managed Object Browser ausgraben. Dieser Artikel in der Knowledge Base von VMware beschreibt, wie man dabei vorgehen muss. Er bezieht sich zwar nur auf vCenter, das Verfahren klappt aber analog auch mit ESXi-Hosts.

    Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

    VMware Remote Console setzt in der Version für Windows eine 64-Bit-Ausführung des Betriebssystems voraus. Die Software kann nach einer Registrierung kostenlos von der VMware-Website heruntergeladen werden.

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