VMware veröffentlicht vSphere 6.5

    VMware vSphere 6.5Nachdem der Hersteller die neueste Ver­sion seiner Virtuali­sierung­plattform im Oktober auf der VMworld in Barcelona bereits ange­kündigt hatte, gab er sie nun für den Markt frei. Das Release bringt zahl­reiche Verbes­serungen bei Sicher­heit, Verfügb­arkeit, Storage, Management und Skalier­barkeit.

    Mit vSphere 6.5 erhält nicht nur das Kernprodukt ein Update, sondern auch eine Reihe von Tools und Komponenten wie vSAN, Site Recovery Manager, vSphere Replication oder PowerCLI. Sie setzen allesamt vSphere voraus, werden aber von VMware lizenzrechtlich als separate Produkte vertrieben.

    Höhere Skalierbarkeit

    Wie in allen vergangenen Releases erhöhen sich auch in vSphere 6.5 die so genannten Configuration Maximums. Damit sind primär die höchsten unterstützten Werte bei der Bereit­stellung von physikalischen und virtuellen Ressourcen gemeint.

    Verantwortlich für die höhere Skalierbarkeit sind Verbesserungen des Hypervisors. So kann eine VM nun bis zu 6128 GB RAM und 128 vCPUs erhalten. Eine Übersicht über alle Maximalwerte von vSphere 6.5 bietet dieses Dokument von VMware.

    Verbessertes HA und DRS

    Zu den wichtigsten Neuerungen des Kernsystems zählt zudem die Verschlüsselung von VMs, und zwar im gespeicherten Zustand und bei der Migration mit vMotion. Fortschritte verzeichnen auch die wichtigsten Features eines vSphere-Clusters, nämlich HA und DRS. Neu sind dort Orchestrated VM Restart, Proactive HA, Predictive DRS und die Integration von DRS mit FT.

    Administratoren können Abhängigkeiten zwischen VMs definieren und so die Startreihenfolge nach einem Failover bestimmen.

    Detaillierte Ausführungen zu diesen Features finden sich in meiner Übersicht zu vSphere 6.5. Sie geht auch auf einige Storage-Neuerungen wie das erweiterte Storage I/O Control und die Fähigkeiten von VMFS 6 ein.

    Ausrichtung von vCenter auf vCSA

    Weitreichende Veränderungen verzeichnet auch vCenter, die Schalt­zentrale von vSphere. Mit der Version 6.5 vollzieht VMware endgültig den strategischen Schwenk von Windows zum Linux-basierten vCenter Server Appliance (vCSA). Es zieht nicht bloß mit dem Windows-Pendant gleich, indem es endlich auch eine eigene Implementierung des Update Managers erhält.

    Vielmehr lässt der Hersteller dem vCSA Features angedeihen, die es für Windows nicht geben wird. Dazu zählt eine eigene HA- und Backup-Funktion. Angesichts der klaren Weichen­stellung in Richtung Linux-Appliance enthält dieses auch ein Migrations-Tool zum Umstieg von der Windows-Version.

    Der neue HTML5-Client deckt noch nicht alle Features von vSphere ab.

    Zu den wichtigen Neuerungen von vCenter gehört darüber hinaus ein neuer HTML5-Client, der anders als der bisherige Web-Client völlig auf Adobe Flash verzichtet. Allerdings kann er die etablierten Tools noch nicht vollständig ersetzen, so dass der Flash-basierte Client an Bord bleibt. Endgültig ausgemustert wurde aber der native Client für Windows.

    Für eine ausführliche Beschreibung der Neuerungen in vCenter 6.5 siehe: VMware vCenter 6.5: vCSA und HTML5-Client verdrängen Windows.

    iSCSI-Support für vSAN

    Schließlich verzeichnet auch vSAN, VMwares Produkt zur Einrichtung von hyper­konvergenten Infrastrukturen, einige wesentliche Neuerungen. Darunter fällt die Unterstützung für iSCSI, so dass sich das verteilte Storage-System auch für andere Anwendungen öffnet und nicht mehr auf die Ablage von VMs beschränkt ist.

    Außerdem erlaubt vSAN 6.5 das Einrichten eines Clusters mit nur 2 Knoten, wobei diese direkt über ein Crossover-Kabel verbunden werden. Damit entfällt die Notwendigkeit eines Switches für den vSAN-Traffic. Für eine ausführlichere Beschreibung siehe meine Übersicht zu vSAN 6.5.

    Eine umfangreiche Liste von Links zu den Release Notes, Dokumen­tationen und den Download-Seiten findet sich auf dem Blog Virtually Ghetto.

    Keine Kommentare