VMware View 5.1: Storage Accelerator, USB-Umleitung, Profil-Migration

    VMware ViewZu den wichtigsten Neuerungen von VMware View 5.1 gehören das Caching von Desktop-Images durch den ESXi-Host, USB-Geräte vom Endgerät ohne lokale Treiberinstallation auf den entfernten Desktop umzuleiten, sowie die Möglichkeit, die Profile von physikalischen auf virtuelle Desktops zu übernehmen. Ergänzend dazu kündigte VMware eine auf View zugeschnittene Version von vCenter Operations an, um VDI-Installationen zu überwachen und Performance-Probleme entdecken zu können.

    Storage ist eines der Kernthemen bei der Desktop-Virtualisierung. Die Abhängigkeit der meisten Produkte von Shared Storage wirkt nicht nur als Kostentreiber, sondern kann aufgrund des I/O-Verhaltens von Windows auch Performance-Probleme verursachen. Entsprechend arbeiten alle Anbieter daran, auch ohne SANs auszukommen oder zumindest die Last und den Platzbedarf auf solchen Speichersystemen zu reduzieren.

    Alternative Storage-Optionen bei Citrix und Microsoft

    So bietet Citrix seit XenServer 6.0 eine Funktion namens IntelliCache, die XenDesktop die Speicherung temporärer Daten auf lokalen Server-Platten erlaubt. Microsoft geht in Windows Server 2012 noch weiter und überträgt zentrale Master-Images von Desktop-Installationen per Streaming auf die Hyper-V-Hosts, wo sie dann vollständig lokal ausgeführt werden.

    Tiered Storage durch View Composer

    VMware leistete seinen Beitrag zur Entlastung von Shared Storage durch die Einführung des Composer ein, der die gemeinsame Nutzung eines Master-Images durch viele User erlaubt und ihre individuellen Änderungen in Linked Clones speichert. Seit View 4.5 unterstützt er Tiered Storage, so dass sich etwa temporäre Daten auf einem anderen Medium ablegen lassen als die Images.

    Storage Accelerator: Cache im RAM von ESXi-Hosts

    Storage Accelerator verbirgt sich hinter der Option Host Caching und eignet sich besonders für pooled Desktops.VMware View 5.1 ergänzt diese Möglichkeiten durch das Caching von identischen Speicherblöcken mehrerer Images im RAM des ESXi-Hosts. Dieses Feature namens Storage Accelerator soll vor allem dann von Nutzen sein, wenn zahlreiche User parallel die gleichen Aktionen ausführen, also besonders beim massenhaften Starten von Windows oder beim Login am Beginn des Arbeitstages.

    Die Cache-Funktion wird vom Hypervisor erbracht und wurde in vSphere 5 unter der Bezeichnung Content Based Read Cache vorgestellt. Von Nutzen ist sie primär beim Einsatz von nicht-persistenten (pooled) Desktops, wo sich die Benutzer ein Windows-Image teilen.

    Eine weitere Storage-Verbesserung besteht in View 5.1 darin, dass nun bis zu 32 Hosts gemeinsam auf ein Desktop-Image zugreifen dürfen, wenn es auf einem NFS-Laufwerk gespeichert ist. Damit fällt das bisherige Limit von 8 ESXi-Hosts, so dass auch größere Installationen eine NFS-Freigabe verwenden können.

    Überarbeitete USB-Redirection

    Eine weitere Neuerung von View 5.1 besteht in einem überarbeiteten Feature für USB-Redirection. Um USB-Geräte, die am lokalen Client angesteckt werden, im zentralen Desktop nutzen zu können, muss nun kein eigener Treiber für jede USB-Hardware installiert werden. Vielmehr reicht dafür der in View 5.1 mitgelieferte generische Treiber, der in Zusammenarbeit mit dem Agent für das Management der USB-Geräte zuständig ist.

    Vorerst ist die neue USB-Redirection nur für Windows-Clients verfügbar, aber nicht für andere Plattformen, die VMware mit einem eigenen Client unterstützt, und die auf einen entfernten Windows-Desktops zugreifen.

    Profil-Migration von physikalischen auf virtuelle Desktops

    View 5.0 brachte ein Feature namens Persona Management, hinter dem sich ein Tool für die Verwaltung von Benutzerprofilen verbirgt. VMware hatte es schon ein Jahr vorher von RTO gekauft und erst relativ spät in seine Software integriert. In View 5.1 lässt sich das Persona Management auch auf physikalischen Desktops installieren, allerdings nicht, um diese mit der gleichen Benutzerumgebung parallel zu virtuellen Desktops zu nutzen. Vielmehr handelt es sich dabei nur um eine Möglichkeit, die Benutzereinstellungen nach View migrieren zu können.

    Zu den weiteren Neuerungen von View 5.1 zählen die Unterstützung für RADIUS-Authentifizierung, die Möglichkeit, Events an einen Syslog-Server weiterzuleiten sowie Composer auf einem eigenen Server zu installieren.

    vCenter Operations for VMware View

    Gleichzeitig mit View 5.1 kündigte VMware das dazu passende Monitoring-Tool vCenter Operations for VMware View an. Die Software kann ein Systemverhalten automatisch erkennen, das außerhalb des normalen Spektrums liegt und hilft dabei, auftretende Probleme einzugrenzen.

    Laut Hersteller ist sie dazu in der Lage, weil sie den gesamten Stack vom Hypervisor bis zu den View-Komponenten überwacht. Auf diese Weise lassen sich die Ressourcen-Auslastung und die Performance des Systems beobachten, wobei es zum Beispiel auch möglich ist, Probleme zu ermitteln, die dem PCoIP-Protokoll geschuldet sind.

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