VMware vSAN 6.5: iSCSI-Support, 2-Knoten-Cluster mit Direct Connect


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    VMware vSAN als verteilter DatenspeicherVMware kündigte gleich­zeitig mit vSphere 6.5 auch eine neue Version von Virtual SAN an. Zu den wichtig­sten Neuerungen gehören die Öffnung des Software-definded Storage für andere Anwen­dungen, eine kosten­günstige Konfi­gura­tion für Zweig­stellen sowie die PowerCLI-Unter­stützung.

    Virtual SAN ist die Storage-Komponente von VMware zum Aufbau einer Hyper-converged Infrastructure (HCI) mit vSphere. Sie fasst die Laufwerke von ESXi-Hosts eines Cluster zu einem Pool zusammen und bietet darauf aufbauend verschiedene Services an. Diese lassen sich pro VM mit Hilfe von Storage Policies nutzen.

    Nach der ersten Version in vSphere 5.5, die nur als Storage zweiter Klasse positioniert wurde, erschienen bis dato drei Upgrades, mit denen VMware weitgehend zu anderen HCI-Anbietern aufschloss. Zu den Neuerungen gehörten die Unterstützung für All-Flash-Konfigurationen und Stretched Cluster sowie zuletzt in Version 6.2 die Implementierung von Erasure Coding.

    Neue iSCSI-Schnittstelle

    Mit vSAN 6.5 öffnet der Hersteller das verteilte Storage-System auch für andere Anwendungen, so dass es nicht mehr bloß als Ablage für virtuelle Maschinen dient. Daher bietet es künftig eine iSCSI-Schnittstelle, so dass auch Applikationen von außerhalb des Clusters auf den Speicher zugreifen können. Das gilt etwa für Datenbanken, wenn sie ihre Daten nicht innerhalb einer VM speichern.

    vSAN wird damit aber noch nicht zum Allzweck-Storage, vielmehr unter­liegt die neue iSCSI-Unterstützung einigen Einschrän­kungen. So dürfen seine LUNs etwa nicht durch ESXi gemountet werden. Dagegen könnten in gemischten Umge­bungen Hyper-V-Hosts ihre VMs dort ablegen. Insge­samt lassen sich pro Cluster maximal 128 Targets und 1024 LUNs einrichten.

    ROBO-Installation ohne Switch

    Die zweite große Neuerung erlaubt das einfachere und kosten­günstigere Setup eines Zwei-Knoten-Clusters in Außenstellen oder Zweig­niederlassungen. vSAN 6.5 sieht nämlich die direkte Verbindung der beiden Cluster-Knoten über Crossover-Kabel vor (für eine Anleitung siehe diesen VMware-Blog).

    Aufbau einer ROBO-Installation von vSAN in einem 2-Knoten-Cluster mit Direct Connect.

    Daher kann man sich 10GBit-Switches für den vSAN-Traffic sparen. Einzig die Kommunikation mit dem Cluster-Zeugen, der typischer­weise als Appliance in der Hauptstelle oder in der Cloud läuft, erfordert die Anbindung an ein externes Netzwerk.

    In der Regel wird man die direkte Ver­bindung zwischen den Knoten redundant auslegen. In diesem Fall ließe sich die zweite NIC auch für vMotion einsetzen, wenn man Workloads zwischen den Hosts verschieben muss.

    Support für 512e-Laufwerke und PowerCLI

    Zu den weiteren neuen Features zählt der Support von 512e-Lauf­werken, die vSphere 6.5 generell auf verschiedenen Speichermedien unterstützt. Durch den Einsatz solcher Festplatten mit großer Kapazität lässt sich der Speicherplatz von vSANs deutlich erhöhen. VMware beschränkt sich vorerst jedoch auf diesen Emulations­modus, der native Einsatz von Laufwerken mit 4K-Sektorgröße ist noch nicht vorgesehen.

    Eine weitere Neuerung betrifft die Automatisierung der vSAN-Administration durch PowerShell. PowerCLI 6.5 wurde nun vollständig von Snap-ins auf Module umgestellt, darunter findet sich auch eines für das Management von vSAN. Damit werden sich voraussichtlich auch ältere Versionen von des Software-defined Storage ansprechen lassen.

    Lizenzänderungen

    Schließlich bringt die neue Version auch Änderungen bei der Lizenzierung. Obgleich vSAN technisch betrachtet eine Funktion des Hypervisors ist, vertreibt es VMware als eigenes Produkt, das zusätzlich zu vSphere erworben werden muss.

    VMware setzt in vSAN 6.5 seine Politik fort, bis dato exklusive Features der Advanced oder Enterprise Edition beim nächsten Release auch für kleinere Ausführungen zugänglich zu machen. So besteht künftig die Möglichkeit, All-Flash-Konfigu­rationen auch in der Standard Edition zu nutzen. Allerdings müssen Anwender dann dort auf Dedupli­zierung und Komprimierung verzichten.

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