VMware vSphere 6.0 Update 1: vSAN Stretched Cluster, SRM und Data Protection 6.1

    vSphere-ArchitekturVMware veröffentlichte Update 1 von ESXi 6.0 und vCenter 6.0, das nun Site-übergreifende Cluster für Virtual SAN ermöglicht. Außerdem er­schienen die VMware Tools erstmals als sepa­rater Download, sie liegen in der Version 10 vor. Hinzu kommen die Releases 6.1 von vSphere Re­pli­ca­tion, Site Recovery Manager und Data Protection.

    Nur zwei Wochen nach der Ankündigung von Virtual SAN 6.1 liefert VMware das Update 1 von vSphere aus, das die erweiterten Funktionen von vSAN enthält. Allerdings änderte sich die Versionsnummer des Features, anstatt der ursprünglichen 6.1 lautet sie wie bei ESXi und vCenter jetzt 6.0 Update 1.

    vSAN-Upgrade als wichtigste Neuerung

    Ansonsten bietet das verteilte Storage-System jene Funktionen, die auf der VMworld vorgestellt wurden. Dazu zählen Cluster, die sich über zwei Rechenzentren erstrecken können, sowie Minimal­installationen aus nur 2 Hosts und einem Witness. Zudem können auch VMs auf einem vSAN-Datastore gespeichert werden, wenn für sie Fault Tolerance (FT) aktiviert wurde (siehe dazu: VMware vSAN 6.1: Stretched Cluster, Support für FT, RAID 5, Dedup).

    Darüber hinaus beschränken sich die Änderungen in ESXi und vCenter 6.0 Update 1 vor allem auf Fehlerkorrekturen. Zudem enthält es einige Anpassungen der Standardkonfiguration, so dass etwa die Kerberos-Kommunikation mit Active Directory jetzt nur mehr über AES256-CTS, AES128-CTS oder RC4-HMAC verschlüsselt wird. Zusätzlich wurde die Unterstützung für SSL v3 per Voreinstellung deaktiviert (Download für ESXi 6.0 U1).

    Ähnlich fallen die Neuerungen in vCenter 6.0 Update 1 aus (Server Appliance und Windows-Installation), die zum einen die vorgegebenen Einstellungen von ESXi bei SSL und Kerberos widerspiegeln. Zudem vermeldet VMware zwei neue HTML5-Oberflächen, und zwar zur Administration des vCSA 6 und des mit vSphere 6.0 eingeführten Platform Services Controller (PSC) (Download für vCenter 6.0 Update 1).

    Eigene Release-Zyklen für VMware Tools

    Zeitgleich mit dem Erscheinen von ESXi 6.0 U1 hat sich der Hersteller entschieden, das Release der VMware Tools von jenem des Hypervisors zu entkoppeln und als eigenständigen Download anzubieten. Auch die Versionierung läuft nicht mehr parallel zu ESXi, die aktuelle Ausführung trägt die Nummer 10.

    Ein Vorteil für die Anwender besteht nun darin, dass VMware die Änderungen jeweils in eigenen Release Notes ausweist. Die Version 10 kann in dieser Hinsicht jedoch nicht allzu viel bieten, primär bringt sie Verbesserungen für Linux-Gäste beim Erstellen von Snapshots und beim Datenaustausch über Shared Folders. (Download der VMware Tools 10).

    vSphere Replication 6.1 mit Suport für NFS 4.1

    Neben dem Update für das Hauptprodukt veröffentlichte VMware auch solche für Zusatz-Tools, wobei diese einen Versionssprung auf 6.1 machen. Dazu zählt vSphere Replication, das nun in der Lage ist, VMs zwischen vSAN-Datastores mit einem Recovery Point Objective (RPO) von 5 Minuten zu übertragen. Bei Ausfall der produktiven VM gehen somit maximal die Daten der letzten 5 Minuten verloren, wenn man stattdessen die Replikat-VM in Betrieb nimmt.

    vSphere Replication bietet die Basisfunktionen für das Disaster Recovery.

    Nachdem vSphere 6.0 die Unterstützung für NFS 4.1 brachte, zieht Replication 6.1 in dieser Hinsicht nun nach. Es kann nun auch VMs sichern und wieder­herstellen, die auf solchen Netzlaufwerken gespeichert sind.

    Site Recovery Manager 6.1 auch für Stretched Cluster

    Neben zahlreichen Drittanbietern verfügt VMware auch über eine eigene Lösung für das Disaster Recovery namens Site Recovery Manager (SRM). Sie macht sich die Funktionen von vSphere Replication zunutze, um VMs auf andere Hosts und Speichersysteme zu übertragen.

    Der Site Recovery Manager orchestriert nach einem Desaster die Wiederherstellung eines Rechenzentrums.

    In der Version 6.1 ist SRM kompatibel mit vSphere 6.0 Update 1 und schützt virtuelle Maschinen auf Basis von Storage Policies. Darüber hinaus unterstützt er die mit vSAN 6.0 U1 eingeführten Stretched Cluster.

    Fehlerkorrekturen für VDP 6.1

    Schließlich erhält auch die Backup-Software vSphere Data Protection (VDP) die Versionsnummer 6.1, obwohl sie gegenüber der 6.0 keine neuen Features, sondern nur eine Reihe von Fehlerbereinigungen enthält.

    Die große Neuerung der Version 6.0 bestand neben dem Item-Level-Recovery für SQL Server, Exchange und Sharepoint vor allem darin, dass alle Funktionen der ehemals separat zu kaufenden Advanced Edition nun zum Lieferumfang von vSphere gehören.

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