VMware Workstation 9 und WSX: virtuelle Maschinen im Browser nutzen

    VM mit Linux Mint in Google ChromeEines der neuen Features von VMware Work­station 9 besteht darin, dass man über einen HTML5-fähigen Browser auf virtuelle Maschinen zugreifen kann. Dafür ist eine eigene Komponente namens WSX erforderlich, die nicht zum Lieferumfang der Produkts gehört.

    Der Grund dafür dürfte sein, dass die neue Funktion noch nicht für den produktiven Einsatz empfohlen wird. Dennoch kann es für den gelegentlichen Zugriff auf VMs nützlich sein, wenn auf der lokalen Maschine keine VMware Workstation installiert ist.

    Eine Neuheit in der Workstation 8 war die Möglichkeit, virtuelle Maschinen für Anwender auf entfernten PCs freizugeben. Diese benötigten dafür jedoch eine eigene Installation der Workstation 8. Auf dieses VM-Sharing baut nun der neue Web-Zugriff in der Version 9 auf.

    VM-Sharing als Voraussetzung für Web-Zugriff

    Voraussetzung für den Zugriff auf VMs via WSX ist, dass in der Workstation zuvor das Sharing aktiviert wird.Daher besteht der erste Schritt darin, dass die Freigabe von VMs generell aktiviert werden muss und dass man ausgewählte virtuelle Maschinen zu diesem Zweck bereitstellt. Den ersten Teil der Aufgabe bewerkstelligt man über den Menüpunkt Edit => Preferences => Shared VMs. Per Voreinstellung ist das Sharing deaktiviert, dies kann man hier ändern, wenn man administrative Rechte auf dem Rechner hat.

    Anschließend öffnet man jene VMs, die man freigeben möchte, und führt dort den Befehl VM => Manage => Share aus. Allerdings kann eine bestehende VM nicht einfach mit anderen Benutzern geteilt werden. Daher bietet der nun folgende Wizard die Wahl zwischen dem Erstellen eines Full Clone und dem Verschieben der virtuellen Maschine in das Verzeichnis für Shared VMs.

    Schließlich muss man noch dafür sorgen, dass alle User, die remote auf eine VM zugreifen sollen auch die nötigen Rechte haben. Diese erteilt man über den Menüpunkt VM => Manage => Permissions.

    Download und Installation von WSX

    Nun sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, um den Web-Zugriff per WSX zu konfigurieren. Eine der größten Hürden besteht darin, den Download für die Software zu finden. Man muss zu diesem Zweck als User auf vmware.com registriert und angemeldet sein. Dann folgt man dem Pfad My VMware => Product & Downloads => All Downloads => VMware Workstation Workstation 9.0 for Windows. Dort findet man unterhalb des Downloads für die Workstation jene für WSX mit dem Link Manually Download.

    Update: Seit einiger Zeit findet sich der Download auf dieser Seite.

    Der WSX-Server liegt als MSI-Datei vor, das Setup ist einfach zu erledigen. Dabei legt man schon den Port fest, über den sich der Browser mit dem WSX-Server verbinden kann. Die Vorgabe ist 8888. Die Software gibt es auch für Linux-Hosts, dort erfordert die Installation einige Handarbeit.

    Windows-Firewall öffnen

    Bevor man von einem Remote-PC auf eine VM zugreifen kann, muss man den gewählten Port in der Firewall mit Hilfe einer eingehenden Regel freischalten. Während die VMware Workstation dies bei der Installation für ihren Sharing-Mechanismus automatisch erledigt, muss man bei WSX selbst nachhelfen.

    Für den Zugriff von Remote-PCs auf virtuelle Maschinen muss der gewählte Port in der Firewall geöffnet werden.

    Um VMs remote von einem beliebigen Rechner nutzen zu können, benötigt man einen HTML5-fähigen Browser. VMware unterstützt derzeit Google Chrome, Firefox und Safari. Grundsätzlich funktioniert WSX genauso wie die verschiedenen RDP-Clients für den Browser, beispielsweise Ericom AccessNow.

    Als URL gibt man den Namen bzw. die IP-Adresse des Rechners ein, auf der die VMware Workstation läuft, ergänzt um die Port-Adresse, also beispielsweise http://192.168.0.23:8888. Im anschließenden Login-Dialog gibt man seine Windows-Anmeldedaten ein und sieht nach erfolgreichem Login eine Liste aller freigegebenen VMs.

    Reduzierter Funktionsumfang im Web-Interface

    Die Möglichkeiten der Web-Oberfläche sind im Vergleich zur Workstation erwartungsgemäß eingeschränkt, vor allem beim derzeitigen experimentellen Stand der Software. Die Bearbeitung der VM-Einstellungen funktioniert ebenso wenig wie das Erstellen von Snapshots oder das Mitschneiden von Filmen.

    Das Benutzererlebnis ist im Vergleich zur Workstation eingeschränkt, dennoch eignet sich WSX für einfachere Aufgaben.

    Man kann im Browser eine VM starten, sie ausschalten (nicht herunterfahren!), in den Ruhezustand versetzen oder von dort wieder zurückholen. Den regelmäßigen Darstellungsproblemen, bei denen das Browser-Fenster schwarz bleibt, begegnet man am besten durch das Klicken auf das Refresh-Icon, das sich in der Statuszeile befindet.

    1 Kommentar

    Bild von Ralph Ebert
    Ralph Ebert sagt:
    29. Oktober 2012 - 17:40

    Hallo!

    Ich habe das VM-Sharing entsprechend den Vorgaben eingerichtet.
    Mein WSX findet allerdings die shared VMs nicht.

    Es scheint so, als hätte das etwas mit dem Benutzer zu tun.
    Wenn ich einen weiteren Benutzer anlege und dieser den WSX Zugang nutzt, dann sind die shared VMs wenigstens zu sehen.

    Für einen neuen Benutzer lassen sich allerdings keine Permissions
    anlegen. Da kommt dann immer denied....