Windows-7-Kompatibilität: Winhelp-Hilfedateien weiter verwenden

    Hilfedatei im .chm-FormatEine der größten Hürden beim Umstieg von XP auf Windows 7 sind die Kompatibilitätsprobleme, die ältere Anwendungen verursachen können. Microsoft stellt mit ACT und MAP zwar Tools zur Verfügung, mit denen sich die vorhandenen Systeme auf Windows-7-Kompatibilität prüfen lassen, außerdem bietet Windows 7 eine Reihe von Mechanismen, um alte Programme in Gang zu bringen. Auch wenn sich die meisten Anwendungen damit zur Mitarbeit bewegen lassen, kommen Probleme von unerwarteter Seite, wie etwa dem Internet Explorer 6 oder den Hilfedateien älterer Applikationen.

    Ein Zoo von Hilfeformaten

    Microsoft hat über die Jahre mehrere Formate für das Hilfesystem von Windows eingeführt. Das älteste davon ist benutzt Dateien vom Typ .hlp, die auf Basis des Rich Text Format erstellt werden. Diese Winhelp-Dateien gab es schon unter Windows 3.1. Später kam das kompilierten HTML-Format mit der Endung .chm dazu. Es unterstützt eine Teilmenge der HTML-Definition und komprimiert sie mit einem LZX-Algorithmus.

    Doch damit nicht genug, stellte Microsoft 2001 Help 2 vor, das aber nie als allgemeines Hilfesystem für Windows eingesetzt wurde. Allerdings entschlossen sich die Entwickler von Office 2007, Help 2 zu nutzen, wobei die Büro-Suite einen Viewer mitbringt, der nur die Office-Hilfe darstellen kann. Das neuste Hilfesystem heißt Windows Help Viewer 1.0 und wurde erst in diesem Jahr eingeführt. Es beruht auf XHTML 1.0 und speichert seine Inhalte in ZIP-Dateien mit der Endung .mshc (Microsoft Help Container). Office 2010 nutzt bereits dieses Format.

    Winhelp seit Vista nicht mehr unterstützt

    Mit der Einführung von Vista beschloss Microsoft, das .hlp-Format nicht weiter zu unterstützen und verzichtete darauf, das zur Darstellung dieser Dateien nötige Progamm WinHlp32.exe mit dem Betriebssystem auszuliefern. Zusätzlich ist es Anbietern von Software seitdem verboten, den Viewer zusammen mit ihren Produkten auszuliefern.

    Das nächst ältere Format .chm wird zwar auch noch in Windows 7 unterstützt, allerdings wird Microsoft mit Ausnahme von Sicherheits-Updates keine Änderungen oder Neuerungen für dieses Hilfesystem mehr bringen. Der Hersteller rät Entwicklern, Windows Help Viewer zu nutzen.

    Download von WinHlp32.exe

    Kompatibilitätsprobleme bereiten beim Umstieg auf Windows 7 daher vor allem .hlp-Dateien. Immerhin bietet Microsoft seit 2009 den benötigten Viewer für Vista und für Windows 7 zum Download an. Es handelt sich dabei um die nicht mehr mitgelieferte WinHlp32.exe, die zur Anzeige von 32-Bit-Winhelp-Dateien erforderlich ist. Merkwürdigerweise enthalten sowohl Vista als auch Windows 7 weiterhin einen integrierten Viewer für die noch älteren 16-Bit-HLP-Dateien.

    Funktionseinschränkungen per default

    Der Download von WinHlp32.exe alleine löst noch nicht alle Probleme. Der unter Windows 7 installierte Viewer blockiert per Voreinstellung alle Makros, was die Hilfefunktionen beeinträchtigen kann. Außerdem blockiert der Viewer .chm-Dateien, wenn sie vom Netzwerk geöffnet werden sollen. Beide Einstellungen lassen sich durch Einträge in die Registierdatenbank ändern.

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