Windows 7 Language Packs: Optionen für die mehrsprachige Installation

    Deutsches Language PackIm Gegensatz zu XP ist Windows 7 sprachneutral, so dass sich die Bedienerführung für den Einsatz in verschiedenen Ländern alleine durch die Installation von Sprachpaketen anpassen lässt. In der Praxis stehen einer Mehrsprachigkeit von Windows jedoch lizenzrechtliche Hürden entgegen, außerdem gilt es Unterschiede zwischen den Language Packs zu beachten.

    Aufgrund der Trennung des Programmcodes von den sprachbezogenen GUI-Ressourcen gibt es in Windows 7 keine festgelegte Standardsprache, über die landesspezifische Übersetzungen installiert werden müssten. Vielmehr erteilt Microsoft mit der Windows-Lizenz den Benutzern das Recht, ein Sprachpaket ihrer Wahl einzusetzen.

    Mehrere Sprachpakete in einem Windows-Image

    International agierende Unternehmen möchten jedoch häufig mehrere Sprachen parallel nutzen, so dass Anwender je nach Bedarf zwischen einer deutschen, englischen oder französischen Oberfläche umschalten können.

    Der Wunsch nach einem mehrsprachigen Windows entspingt aber meist nicht einer Arbeitsweise der Angestellten, die ein ständiges Umschalten zwischen den Sprachen erfordert. Eine solche multilinguale Variante vereinfacht vor allem das Deployment von Windows 7, weil eine Firma im günstigsten Fall für alle weltweiten Niederlassungen ein Image verwenden kann, das alle benötigten Language Packs enthält.

    Voraussetzung für eine mehrsprachige Konfiguration von Windows 7 ist jedoch eine Lizenz für die Editionen Enterprise oder Ultimate. Da Letztere nicht nur teuer ist, sondern als Consumer-Produkt einigen wesentlichen Einschränkungen unterliegt, erfordert ein multilinguales Betriebssystem zumeist den Abschluss einer Software Assurance, um das Recht auf Windows 7 Enterprise zu erwerben. Die Sprachpakete selbst können kostenlos von Windows Update heruntergeladen werden.

    Separate Language Packs für Office und Internet Explorer

    Wenn in einer Windows-7-Installation mehrere Language Packs eingerichtet werden, dann sind diese nicht gleichberechtigt. Während des Setup muss beim Willkommensbildschirm oder in einer Antwortdatei eine Sprache als Standard festgelegt werden, die sich nachher nicht mehr entfernen lässt. Sie wird benötigt, um die SID für das betreffende System zu erzeugen. Außerdem legt sie fest, in welcher Sprache Updates erfolgen können.

    Bei der Planung eines mulitlingualen Windows 7 gilt es zu bedenken, dass sich die Mehrsprachigkeit natürlich nur auf das Betriebssystem selbst beschränkt. Anwendungen müssen eine entsprechende Unterstützung selbst bieten. So existieren etwa für Office 2010 eigene Language Packs, die sich für fast alle Editionen der Software verwenden lassen, aber separat erworben werden müssen. Ironischerweise gibt es auch eigene Sprachpakete für den Internet Explorer, den Microsoft stets als festen Bestandteil des Betriebssystems betrachtet.

    (Un)vollständige Language Packs

    Teilweise lokalisierte Sprachpakete füllen nicht übersetzte Ressourcen mit einer Basissprache wie Englisch auf.Unterschiede zwischen den Systemsprachen von Windows bestehen nicht nur darin, dass eine davon als Standard den Vorzug vor den anderen erhält. Darüber hinaus haben die verschiedenen Sprachen unterschiedliche Prioritäten.

    Während in Englisch, Deutsch, Spanisch oder Französisch alle Sprachressourcen komplett vorhanden sind, wurden sie etwa für Griechisch, Serbisch oder Arabisch nicht vollständig übersetzt. Der Rest wird in einer so genannten Basissprache zur Verfügung gestellt, das ist in der Regel Englisch oder Französisch. Microsoft spricht in diesem Zusammenhang von teilweise lokalisierten Language Packs. Lizenzrechtlich sind sie mit den vollständig übersetzten Paketen gleichgestellt, da sie ebenfalls Windows 7 Enterprise oder Ultimate erfordern.

    Neben den vollständig und teilweise übersetzten Language Packs bietet Microsoft eine Variante für Sprachen, die entweder nicht sehr weit verbreitet sind oder in Ländern gesprochen werden, die keine großen Markt für Windows repräsentieren. Dazu zählen beispielsweise Baskisch, Bosnisch, Katalan oder Luxemburgisch. Bei diesen noch weiter reduzierten Sprachpaketen handelt es sich um die so genannten Language Interface Packs (LIPs). Sie können kostenlos von Microsofts Website heruntergeladen und auf allen Editionen von Windows 7 installiert werden.

    Während die teilweise lokalisierten Language Packs die meistgenutzten GUI-Elemente übersetzt, beschränken sich die LIPs auf die Core-UI, also im Wesentlichen auf Startmenü, Desktop oder den Windows Explorer. Sie berücksichtigen in der Regel keine Funktionen für die PC-Verwaltung.

    Eine weitere Einschränkung für LIPs besteht darin, dass sie nur auf bestimmte Basissprachen installiert werden können. So setzt beispielsweise das LIP für Katalanisch das Language Pack für Spanisch oder Französisch voraus. Wenn also eine deutsche Firma eine Niederlassung in Barcelona unterhält, kann sie nicht das katalanische LIP auf ein deutsches Windows 7 installieren und so eine preiswerte Mehrsprachigkeit des Betriebssystems erreichen.

    1 Kommentar

    Bild von Roger Schmid
    Roger Schmid sagt:
    8. Juli 2013 - 18:10

    Sehr hilfreiche Erklärung.