Windows 8.2: Mehr Desktop für Firmen, mehr Store für Consumer

    Der Windows Store wird für Consumer der wichtigste Channel für Apps und Updates.Erste Berichte über das nächste Release von Windows (voraussichtlich 8.2) deuten auf eine stärkere Differenzierung des Betriebssystems nach Zielgruppen. Demnach soll es drei Ausführungen geben, wobei jene für Unternehmen wieder besser für die Nutzung am Desktop angepasst sein soll. Bei den Consumer-Versionen gewinnen dagegen die Store-Apps an Bedeutung.

    Die Vorab-Informationen über den Windows-Fahrplan von Microsoft stammen von Mary Jo Foley, die sich auf interne Quellen beim Hersteller beruft. Dessen Strategie zielt seit geraumer Zeit auf ein gemeinsames Betriebssystem für alle Endgeräte vom Smartphone bis zur Workstation. Die Gerüchte über 3 geplante Ausführungen stehen dazu nicht im Widerspruch, weil es sich dabei um Varianten von Windows handelt, die alle auf der gleichen technischen Grundlage beruhen.

    Enterprise-Version führt Apps im Fenster aus

    Bei der Edition für Unternehmen soll Microsoft weiter auf Kritiken reagieren, wonach die starke Touch-Ausrichtung von Windows 8.x hinderlich für die Nutzung mit Maus und Tastatur auf einem Desktop-PC sei. Paul Thurrott, Herausgeber der Supersite for Windows, hat offenbar erfahren, dass die Firmen-Version in der Lage sein wird, Modern Apps in einem Fenster auf dem Desktop auszuführen. Damit entfiele der Zwang, die neuen Touch-Anwendungen auch auf großen Monitoren immer im Vollbildmodus anzuzeigen.

    Passend dazu soll nicht bloß der Start-Button, sondern das gesamte Startmenü wieder als Option zurückkehren. Dies scheint konsequent, weil man dann zum Start einer Modern App in einem Fenster nicht extra zur neuen Kacheloberfläche umschalten müsste.

    Längere Release-Zyklen für Firmen

    Ein weiteres Zugeständnis an Enterprise-Kunden scheint eine modifizierte Release-Politik zu sein, die von jener für andere Zielgruppen abweicht. Windows 8.1 galt als Vorbote kürzerer Update-Zyklen, damit Microsoft im hart um­kämpf­ten Markt für Tablets und mobile Geräte mit seinen Konkurrenten technologisch Schritt halten könnte. Allerdings sind 1-Jahres-Intervalle für Firmen-Desktops viel zu kurz, da auch das Upgrade auf ein Minor Release erheblichen Migrations­aufwand bedeutet.

    Das Upgrade von Windows 8 auf 8.1 erfolgte bei OEM- und Retail-Versionen bereits über den Windows Store.

    Aus diesem Grund sollen die Updates für diese Zielgruppe weniger häufig erfolgen und nicht wie bei den Consumer-Versionen über den Store ausgeliefert werden. Vielmehr dürften hier wieder Service Packs erscheinen, deren Deployment die Firmen über Patch-Management-Systeme wie WSUS zentral steuern können.

    Nur noch Volumenlizenzen für Unternehmen?

    Wenn die Informationen von Mary Jo Foley stimmen, dann plant Microsoft auch weitreichende lizenzrechtliche Änderungen für Firmenkunden. Demnach wird die Edition, die einer Domäne beitreten kann und sich über Gruppenrichtlinien verwalten lässt, ausschließlich über Volumenlizenzen erhältlich sein.

    Heute setzt ein großer Teil der Unternehmen OEM-Versionen ein, die vom PC-Lieferanten vorinstalliert werden. Volumenlizenzen sind bis dato reine Upgrades, die eine OEM- oder FFP-Lizenz voraussetzen.

    Edition für Consumer-PCs

    Neben der Enterprise-Version soll es auch künftig eine Variante für PCs von privaten Anwendern geben. Da sie für x86-Systeme gedacht ist, wird sie die Win32-APIs unterstützen und somit die Ausführung herkömmlicher Windows-Programme weiterhin erlauben. Unklar bleibt vorerst, ob und wie weit der Desktop bei dieser Edition abgespeckt wird.

    Dem Bericht zufolge soll die Consumer-Ausführung häufig aktualisiert werden. Der bevorzugte Channel dafür wird der Windows Store, der auch schon beim Upgrade von Windows 8 auf 8.1 die erforderlichen Downloads bereitstellte.

    Windows für Tablets und Low-end-PCs

    Im unteren Segment soll eine eigene Edition einerseits Windows RT nachfolgen, das für ARM-Geräte gedacht ist, und andererseits auch für Intel verfügbar sein. Der Schwerpunkt liegt hier auf Modern Apps, wobei Intel-basierte Low-end-PCs möglicherweise einen rudimentären Desktop erhalten.

    Diese Ausführung eignet sich aber primär für Tablets, die sowohl Apps als auch System-Updates über den Store beziehen würden. Auf Notebooks könnte Microsofts diese Version von Windows gegen Chromebooks von Google positionieren.

    Keine Kommentare