Windows Multipoint Server 2010 als Alternative zu Desktops?

    Windows Multipoint Server 2010Microsoft gab gestern den Windows Multipoint Server 2010 frei. Er wird vor allem als Lösung für Bildungseinrichtungen beworben, ist aber auch in einer OEM-Version für kleine Unternehmen verfügbar. Der immer wieder genannte Preisvorteil ist moderat und muss mit technischen Einschränkungen erkauft werden.

    Der Multipoint Server beruht auf dem Server 2008 R2 und soll Teil einer geplanten Produktgruppe zu Shared Resource Computing sein. Technisch betrachtet hängen an der zentralen Maschine bis zu 10 Arbeitsstationen, für die über die Remote Desktop Services (RDS, früher Terminal-Dienste) eine Session pro User zur Verfügung gestellt wird.

    Zusatzgeräte für mehr Komfort erforderlich

    Konfiguration Multipoint Server 2010Im einfachsten Fall werden Maus und Tastatur via USB-Hub angeschlossen, für die Bildschirme muss im Server eine ausreichende Zahl an Grafikadaptern vorhanden sein. Alternativ können die Arbeitsplätze mit Thin oder Zero Clients von Partnern ausge­stat­tet werden, die wie im Fall der L-Series-Geräte von NComputing via Ethernet angebunden sind und so die räumliche Beschränkung der einfachen USB-Lösungen aufheben. Für die einfachsten Zusatzgeräte fallen in der Regel ab 100 Euro an.

    Für kleinere Firmen oder Außenstellen könnte der Multipoint-Server aufgrund seiner einfachen Installation und Wartung interessant sein. Allerdings stehen dagegen einige technische und lizenzrechtliche Einschränkungen.

    Künstlich gedrosselt

    Obwohl moderne Server ohne Weiteres eine zweistellige Zahl an RDS-Sessions bewältigen können, lässt Microsoft nur 10 Arbeitsstationen zu (gilt aber nicht im Rahmen der Volumenlizenzprogramme für Forschung und Lehre). Zum Preis für den Server kommen noch die Kosten für Client Access Licence pro User oder pro Arbeitsstation hinzu. Letztere hat Microsoft nicht bekannt gegeben und verweist dafür auf die OEMs. Als eine weitere Einschränkung der OEM-Variante zählt, dass der Multipoint Server 2010 nicht als Mitglied in eine Domäne aufgenommen werden kann.

    Im Vergleich zu einem herkömmlichen Windows-7-Desktop müssen die User beim Multipoint-Server zusätzlich auf Aero (Glass), Windows Flip und Task Bar Previews verzichten, außerdem ist das Windows Media Center nicht verfügbar. In Firmen ist Letzteres verschmerzbar, in Schulen vielleicht weniger.

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