Windows Multipoint Server 2011: Support für Domänen und RDP-Clients

    Windows Multipoint Server 2010Der Multipoint Server 2011 räumt mit einigen künstlichen Beschränkungen seines Vorgängers auf, die diesen faktisch auf den Einsatz in Bildungsinstitutionen reduzierten. Die neue Version kann dagegen in bestimmten Umgebungen eine Alternative zu anderen Varianten von Windows Server für kleinere Firmen werden. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt, dass ein Multipoint-Server eine bestehenden Domäne beitreten kann und sich mehrere Installationen über eine zentrale Konsole verwaltet lassen.

    Der Multipoint Server 2010 war die erste Ausführung des Produkts und wurde von Microsoft Indien entwickelt. Sie sollte primär für Schulen und andere Ausbildungsstätten kostengünstige Windows-Arbeitsplätze anbieten. Zwar existiert davon auch eine OEM-Version, die in Firmen eingesetzt werden kann, allerdings setzen ihr lizenzrechtliche und künstliche technische Beschränkungen enge Grenzen.

    Zugang für beliebige RDP-Clients

    Basis des Multipoint-Server ist Windows Server 2008 R2, der über die Remote Desktop Services mehrere Sessions bereitstellt. Bei der bisher typischen Installation wurden mehrere Tastaturen und Mäuse über ein USB-Hub direkt an den Server angeschlossen, und jeder Bildschirm benötigte einen eigenen Grafikadapter.

    Eine wesentliche Verbesserung von Multipoint Server 2011 besteht darin, dass er wie ein gewöhnlicher Terminal-Server ("RD Session Host") beliebige RDP-Clients über das LAN bedienen kann. Aufgrund der Integration des SP1 für Windows Server 2008 R2 enthält er auch die Unterstützung für RemoteFX, das bei grafisch anspruchsvolleren Anwendungen das Benutzererlebnis verbessert - natürlich vorausgesetzt, die Clients unterstützen RemoteFX.

    Beitritt zu AD-Domänen

    Eine weitere Barriere für den professionellen Einsatz bestand darin, dass der Multipoint Server zwar unter einer Lizenz für Forschung und Lehre einer Domäne beitreten konnte, nicht aber in der für Firmen zugänglichen OEM-Version. Microsoft bietet die Version 2011 in einer Standard- und einer Premium-Edition an, wobei nur Letztere Mitglied einer AD-Domäne werden kann.

    Die Integration in eine Domäne erlaubt das Management des Multipoint-Servers über Gruppenrichtlinien und die Verwendung von Server-gespeicherten Profilen. Allein diese beiden Features sind ausschlaggebend, um den Einsatz mehrerer Multipoint-Server in einem Unternehmen zu erwägen. In der Version 2011 kommt aber noch eine Management-Konsole hinzu, mit der sich mehrere Installationen zentral installieren und verwalten lassen.

    Funktionen für Schulungseinrichtungen

    Eine Reihe weiterer neuer Funktionen eignen sich primär für den Einsatz in Schulen und andere Ausbildungsstätten. Dazu zählen:

    • Der Bildschirm eines Lehrers oder Schülers lässt sich auf die Sessions aller Teilnehmer projizieren;
    • Maus und Tastatur aller Terminals können zentral gesperrt und eine Nachricht eingeblendet werden;
    • Der Bildschirm lässt sich teilen, um 2 Sessions parallel darzustellen, die von den Benutzern über ihre eigene Tastatur und Maus getrennt bedient werden können;
    • Der Zugriff auf bestimmte Websites lässt sich zentral blockieren.

    Editionen und Lizenzbedingungen

    Bei der maximalen Benutzerzahl gelten ähnliche Grenzen wie gewohnt. Die akademische Lizenz ermöglicht 20 gleichzeitige User, die Standard Edition wie die bisherige OEM-Version höchstens 10 Benutzer. Die neue Premium Edition setzt die Obergrenze bei 20 Anwendern.

    Da ein moderner leistungsstarker Server mit 20 RDS-Sessions nicht ausgelastet ist, erlaubt die Lizenz von Multipoint Server 2011 die Ausführung des Systems in einer virtuellen Maschine. Durch die bessere Auslastung des Server lassen sich weitere Kostenvorteile erzielen.

    Alternative zum Small Business Server 2011 Essentials

    Insgesamt gehen die Verbesserungen der Version 2011 so weit, dass der Multipoint Server abhängig von den Anforderungen in kleineren Firmen eine Alternative zum Small Business Server 2011 Essentials sein, der maximal 25 Benutzer zulässt und keiner Domäne beitreten kann.

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