Windows Server 2012 R2 Essentials: Installation als Rolle und in VMs

    Dashboard für Windows Server 2012 Essentials Mit dem Release 2 von Windows Server 2012 steht auch ein Upgrade der Small-Business-Variante an. Die interessantesten Neuerungen von Server 2012 R2 Essentials sind die zusätzlichen Deployment- und Lizenzoptionen. Der kleinste Windows Server kommt nun auch mit integriertem Hyper-V und erweiterten Rechten zur Ausführung in einer VM. Außerdem ist er auch als Rolle in der Standard und Datacenter Edition verfügbar.

    Windows Server 2012 Essentials wurde als gemeinsamer Nachfolger für den Small Business Server und für den Home Server eingeführt. Er bietet einige exklusive Features für kleine Firmen und Privatanwender, die nicht die technische Expertise von IT-Profis besitzen. Dazu zählen die einfache Administration über ein Dashboard, der Remotewebzugriff auf freigegebene Ordner oder ein Backup für alle ange­schlossenen Client-PCs.

    Lizenzrechtliches und technisches Korsett

    Dem einfachen Management sowie den exklusiven Funktionen standen bisher einige Beschränkungen gegenüber, die Unternehmen unnötig einengen. Dazu zählen das Limit von maximal 25 Benutzern und die Anforderung, dass Server 2012 Essentials der erste Domänen-Controller im Netz sein muss und keiner bestehenden AD-Struktur beitreten kann.

    Wenn Firmen aus dem Lizenzkorsett entwachsen, weil sie mehr als 25 User haben, dann gab es bisher keine überzeugenden Optionen zur Weiternutzung. Um den Wegfall des Small Business Server 2011 zu kompensieren, der bis zu 75 Benutzer erlaubte, bot Microsoft bloß ein In-Place-Update auf die Standard Edition an. Danach konnten die exklusiven Features von Server Essentials ebenfalls für bis zu 75 User genutzt werden.

    Als Zweigstellen-Server schlecht geeignet

    Die genannten Limitierungen verbauten dem kleinsten Windows-Server oft die Möglichkeit, von größeren Firmen in Zweigstellen und Niederlassungen eingesetzt zu werden. Dort wären beispielsweise das integrierte Client-Backup oder das einfache Management häufig gefragt, aber die fehlende Integration mit einem vorhandenen AD sprechen dort meistens gegen Server Essentials.

    Windows Server 2012 Essentials muss der erste Server im Netz sein, die Daten eines bestehenden DC kann er übernehmen.

    Die neue Deployment-Option als installierbare Rolle der Standard und Datacenter Edition ("Windows Server Essentials Experience", WSEE) soll Windows Server 2012 R2 Essentials nun neue Einsatzgebiete erschließen.

    Mehr Flexibilität durch Essentials Experience

    Zum einen fällt damit das Limit von 25 Benutzern, weil die Client-Lizenzen als CALs separat erworben werden müssen und nicht mehr Bestandteil der Server-Lizenz sind. Zum anderen können die größeren Server-Editionen einer bestehenden Domäne beitreten. Für die Essentials Experience gilt jedoch die Einschränkung, dass im AD nur eine einzige Domäne vorhanden sein darf. Außerdem lässt sich die WSEE-Rolle auf mehreren Servern innerhalb eines Netzwerks installieren, beispielsweise um das Client-Backup besser zu bewältigen.

    Die Installation der Essentials Experience erfolgt als Rolle im Server Manager.

    Gemeinsames Setup für Hyper-V und Server Essentials

    Wenn man Windows Server 2012 R2 Essentials wie bisher als eigenständiges Produkt einsetzen möchte, dann gelten die genannten Einschränkungen weiterhin. Neu ist hingegen beim Standalone-Produkt, dass Microsoft die Installation in einer VM unter Hyper-V als bevorzugte Deployment-Variante empfiehlt.

    Die Virtualisierung von Server Essentials war lizenzrechtlich auch schon in der Vergangenheit möglich, allerdings musste man dafür den Hypervisor selbst bereitstellen. Microsoft sah dafür den kostenlosen Hyper-V Server 2012 vor, der nur Server Core mit der Hyper-V-Rolle umfasst und für die Zielgruppe des kleinen Windows-Servers nicht einfach zu verwalten ist. Die Installation von Server Essentials in einer VM hielt bisher zudem einige Hürden bereit.

    Auch hier schafft Windows Server 2012 R2 Essentials Abhilfe, indem es nun mit integriertem Hyper-V 2012 R2 ausgeliefert wird. Eine erweiterte Setup-Routine kümmert sich um den kompletten Vorgang vom Einrichten des Hypervisors und dem Anlegen der VM bis zur Installation des Betriebssystems in der virtuellen Maschine.

    Zusätzliche Installation von virtuellem OSE

    Diese neue Konfiguration spiegelt sich nun auch in einer lizenzrechtlichen Änderung wider, die neben der Installation von Server Essentials in der Parent Partition eine zusätzliche virtuelle Instanz erlaubt. Die Installation als Konsolen­betriebssystem für Hyper-V unterliegt aber wie gewohnt erheblichen Beschränkungen, so dass sie nicht für die Ausführung von produktiven Anwendungen in Frage kommt.

    Der Betrieb von Server 2012 R2 Essentials unter Hyper-V bietet den Vorteil, dass sich parallel dazu auf dem gleichen Rechner virtuelle Maschinen mit Datenbanken, Exchange oder Sharepoint ausführen lassen. Auch wenn Microsoft bei Server Essentials für E-Mail und Collaboration die Cloud-Services von Office 365 vorsieht, so werden viele Firmen weiterhin diese Dienste lieber intern erbringen wollen.

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