Windows Server 2012 (R2) mit RSAT für Windows 10 verwalten

    RSAT für Windows10Die Remote Server Admini­stration Tools (RSAT) dienen dazu, Windows Server von Clients der gleichen Genera­tion aus zu ver­walten. Die RSAT für Windows 10 sind mithin für die Rollen und Features von Server 2016 gedacht. Zu­sätz­lich er­lau­ben sie zu einem gewis­sen Grad die Admini­stration von älteren Version des Server-OS.

    Grundsätzlich gilt, dass die RSAT immer nur in der jeweils passenden Version auf einer Workstation installiert werden können. Daher lassen sich der RSAT für Windows 8.1 nicht unter Windows 10 einrichten, um von dort Server 2012 R2 zu verwalten. Daher stellt sich nach jedem Update der Clients die Frage nach der Abwärts­kompatibilität der RSAT.

    Support Matrix für Server 2012 (R2)

    Microsoft gibt daher in eigenen Support-Dokumenten Auskunft über das Zusammen­spiel einer RSAT-Version mit älteren Ausführungen von Windows Server. So zeigt die Remote Server Administration Tools Platform and Tools Support Matrix für Windows 8.1, welche Rollen und Features von Server 2008 unter Windows 8.1 verwaltet werden können.

    Für Windows 10 ist Microsofts Dokumentation bisher noch sehr lückenhaft. Die Platform and Tools Support Matrix gibt es noch nicht als offizielles Support-Dokument, sondern nur als Eintrag eines Microsoft-Mitarbeiters auf TechNet. Daraus ergibt sich für das Management von Server 2012 und 2012 R2:

    • Funktionen zur Verwaltung von neuen Rollen und Features in Server 2016 lassen sich naturgemäß nicht auf Server 2012 (R2) anwenden. Dazu zählen etwa Storage Replica und Network Controller.
    • Features, die in Server 2016 weitgehend erneuert wurden, können mit dem dazugehörigen RSAT-Programm nicht unter Server 2012 (R2) administriert werden. Da trifft auf IPAM zu.
    • Die GUI-Tools für das Management von Failover-Cluster vertragen sich nur mit Server 2016 und 2012 R2. Für Server 2012 muss man auf die PowerShell-Cmdlets ausweichen.
    • Hyper-V Manager gehört seit Windows 8 zum Lieferumfang des Betriebssystems und nicht mehr zu den RSAT. Die Ausführung für Windows 10 kann auch Server 2012 und 2012 R2 verwalten.
    • Der Matrix zufolge eignet sich kein einziges Tool in Windows 10 für das Management der Active Directory Domain Services. Das scheint sehr fragwürdig, nachdem in meinen Versuchen weder das AD Verwaltungs­center noch AD-Benutzer und -Computer beim Zugriff auf Server 2012 irgendwelche Auffälligkeiten zeigten oder gar eine entsprechende Warnung ausgaben.

    WMF für Server Manager

    Einen besonderen Fall stellt der Server Manager dar. In Windows 8 setzte er auf den verwalteten Systemen unter Server 2008 (R2) die Installation des Windows Management Framework (WMF) 3.0 voraus, in Windows 8.1 erforderte er WMF 4.0.

    Der Server Manager in Windows 10 verwaltet Windows Server 2012 R2 ohne WMF-Update.

    Ein Blog-Eintrag auf TechNet beschreibt, dass WMF 4.0 auch dann erforderlich sei, wenn Windows Server 2008 R2 bis 2012 R2 von Windows 10 aus verwaltet werden sollen. Allerdings enthält Server 2012 R2 bereits WMF 4.0, so dass der Link auf die System­voraussetzungen von Server Manager für Windows 10 irreführend ist.

    Windows 10 und Server 2016 kommen bereits mit dem WMF 5.0, das es mittlerweile auch für Server ab der Version 2008 R2 gibt. Die neuen Cloud-basierten Server Management Tools setzen diese Version voraus, die RSAT für Windows 10 geben sich den diffusen Informationen von Microsoft zufolge aber mit WMF 4.0 zufrieden.

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