Windows Server 2016 TP3: Server Core versus Desktop Experience

    Setup Windows Server 2016 TP2Während Microsoft in der Technical Preview 2 noch die schlanken Installations­varianten favorisierte, bietet das Setup in der TP3 nur mehr die Auswahl zwischen der vollen Desktop Experience und Server Core. Ein Wechsel zwischen den verschiedenen Installationsoptionen ist aktuell nur bedingt möglich.

    Seit Windows Server 2008 R2 empfiehlt Microsoft die Verwendung der Core-Variante für die meisten Server-Rollen, weil sie weniger Updates erfordert, weniger Ressourcen verbraucht und eine geringere Angriffsfläche bietet. Windows Server 2016 bringt sogar noch eine weiter abgespeckte Version, den so genannten Nano Server, der überhaupt keine lokale Benutzer­schnittstelle mehr bietet.

    Nano Server weiter keine Setup-Option

    Das Setup der Technical Preview 3 spiegelt diesen Trend jedoch nicht wider. Es bietet nur die Auswahl zwischen Server Core und der vollen GUI, die zusätzlich den Desktop von Windows 10 umfasst. Das Einrichten eines Nano-Servers bleibt vorerst weiter Handarbeit und erfolgt nicht über das Setup.

    Das Setup von Windows Server 2016 TP3 bietet nur die Auswahl zwischen Core und voller GUI.

    Grundsätzlich ist die Entscheidung für eine bestimmte Installations­option nicht bindend, weil man seit Server 2012 nachträglich zwischen Core, Minimal Server Interface und der vollständigen GUI umstellen kann. In der Technical Preview 3 ist der Wechsel zwischen Core und Desktop Experience jedoch nicht vorgesehen.

    Wechsel zwischen Core und GUI

    Dieser Beitrag auf einem TechNet-Blog behauptet, eine solche Änderung sei nicht möglich. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen, weil der Server Manager die jeweiligen Packages klaglos hinzufügt oder entfernt. Der zuständige Wizard warnt nur davor, dass die Deinstallation der UI-Features nicht unterstützt werde.

    Der Server Manager warnt vor dem Entfernen von UI-Features, erlaubt dies aber in der Praxis.

    In der Praxis wird man sich für die GUI inklusive Desktop Experience nur dann entscheiden, wenn man Windows Server 2016 TP3 als Session Host ausprobieren möchte. Ansonsten reicht die Core-Installation, besonders dann, wenn man den Server remote mit den RSAT für Windows 10 verwaltet.

    Hinzufügen von MinShell

    Für die lokale Administration von Server 2016 spricht nichts dagegen, nach der Core-Installation auf das Minimal Server Interface aufzurüsten. Das Feature heißt offiziell Graphical Management Tools and Infrastructure und muss unter Server Core mangels Server Manager über PowerShell hinzugefügt werden:

    Install-WindowsFeature Server-Gui-Mgmt-Infra

    Diese Magervariante der GUI erlaubt die Ausführung des Server Managers sowie der MMC-basierten Tools und sollte für administrative Zwecke völlig ausreichen.

    Keine Kommentare