Citrix XenServer 6.2: Open-Source-Lizenz, Support für Windows 8, Server 2012

    Logo XenServerSechs Jahre nach der Übernahme der Firma XenSource, mit der sich Citrix als wichtiger Player im Markt für x86-Virtualisierung positionieren wollte, gibt der Hersteller XenServer nun vollständig als Open Source frei. Die Weiterentwicklung obliegt zukünftig der Community von XenServer.org, während Citrix kommerziellen Support für den Hypervisor anbietet.

    Das Unternehmen weist darauf hin, dass mehrere Komponenten bereits bisher als freie Software verfügbar waren. Das gilt besonders für den eigentlichen Hypervisor Xen, den auch andere Herstellern als Basis für ihre Virtualisierungssoftware nutzen, beispielsweise Oracle.

    Abschied von der Server-Virtualisierung

    Für kommerzielle Anbieter dient Open Source vor allem zwei Zwecken: um bei der Einführung eines neuen Produkts in einem hart umkämpften Markt schnell Anteile zu gewinnen, oder als Exit-Strategie, wenn eine Software auf Dauer keine Gewinne erzielt. Citrix verkauft die Freigabe von XenServer indes als nächsten Schritt, um die Software besser für das Cloud-Computing positionieren zu können.

    In der Praxis haben sich trotz der Marktzahlen, die XenServer zweistellige Anteile bescheinigen, mit VMware ESXi und Hyper-V faktisch zwei Hypervisor durchgesetzt. Citrix liefert XenServer als Zugabe für XenDesktop aus, so dass er primär bei der Desktop-Virtualisierung eine Nische besetzt. Allerdings liefen anfangs die meisten XenDesktop-Installationen auf VMware, mittlerweile nimmt hier der Anteil von Hyper-V rasant zu.

    Komplettes Produkt kostenlos

    Die lizenzrechtliche Änderungen führen dazu, dass der komplette Funktionsumfang von XenServer 6.2 nun kostenlos ist. Das betrifft auch alle Management-Funktionen inklusive XenCenter, die bis dato den kommerziellen Versionen vorbehalten waren. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, die Software in Editionen zu unterteilen.

    Citrix bietet seinen Kunden weiterhin Support für XenServer an, dessen Kosten sich künftig aber nicht mehr pro Server, sondern mit 500 Dollar pro Sockel und Jahr errechnen. Bestehende Kunden können ihre Verträge beim Upgrade auf XenServer 6.2 umtauschen, wobei eine Server-Lizenz dann 2 Sockeln entspricht.

    Kein Patch-Management für Open-Source-XenServer

    Als wesentliche Komponente des Supports gilt für Citrix die Bereitstellung von Security-Updates und Bugfixes. Aus diesem Grund ist das Patch-Management nicht Bestandteil der Open-Source-Version, die somit das automatische Einspielen von Fehlerkorrekturen nicht unterstützt.

    Unter technischen Gesichtspunkten beschränken sich die Neuerungen von XenServer 6.2 vor allem auf zwei Aspekte: höhere Skalierbarkeit und aktualisierte Unterstützung für Gäste. Der Hypervisor lässt nun bis zu 500 Windows-VMs pro Host zu, die nun auch Windows 8 und Server 2012 enthalten können. Auch bei den wichtigsten Linux-Distributionen ist nun die Ausführung der neuesten Versionen möglich.

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