Zwischen DHCP und festen IP-Adressen wechseln: Alternative Konfiguration, freie Tools


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    DHCP-ServerWenn Notebook-Benutzer öfter zwischen Netz­werken wechseln müssen und die IP-Konfi­gu­ration nicht überall per DHCP erfolgt, dann würde die häufige manuelle Anpassung der IP-Ein­stel­lungen stören. Windows sieht deshalb eine alter­native Konfiguration mit festen IP-Adressen vor. Flexibler sind Tools für eigene IP-Profile.

    Die meisten Administratoren verwenden heutzutage DHCP, um die IP-Einstellungen an die verschiedenen Clients zu verteilen. Daher bereitet es in der Regel keine Probleme, wenn mobile Anwender in verschiedenen Netzwerken arbeiten. Die dynamische Aktualisierung von IP-Adressen, Gateways und DNS-Server sorgt dafür, dass die Konnektivität ohne manuelle Eingriffe der User erhalten bleibt.

    Rückfall auf feste IP-Konfiguration

    Aus diesem Grund hat das Umschalten zwischen dynamischen und festen Adressen heute nicht mehr die Bedeutung wie noch vor 10 oder 15 Jahren. Am ehesten könnte er nötig sein, wenn etwa am Arbeitsplatz noch feste Adressen genutzt werden und im Home Office der DSL-Router dynamische Adressen vergibt. Ein weiterer Anwendungsfall wäre beim Troubleshooting von Verbindungsproblemen gegeben.

    Wenn man unter 'Allgemein' DHCP wählt, dann kann man unter 'Alternative Konfiguration' statische IP-Adressen vergeben.

    Bearbeitet man die TCP/IP-Einstellungen in den Eigenschaften einer Netzwerkverbindung und entscheidet sich unter Allgemein für DHCP, dann zeigte schon XP in diesem Dialog einen weiteren Reiter mit der Beschriftung Alternative Konfiguration an. Standardmäßig ist dort die Option Automatisch zugewiesene, private IP-Adresse aktiviert.

    Hier hat man nun die Möglichkeit, eine feste IP-Adresse inklusive der Angaben für Gateway und DNS bzw. WINS einzutippen. Diese Konfiguration wird künftig nur dann wirksam, wenn kein DHCP-Server im Netz erreichbar ist.

    IP-Profile mit kostenlosen Tools

    Wenn dieser simple Mechanismus nicht ausreicht, weil man etwa regelmäßig zwischen mehreren IP- Konfigurationen umschalten muss, dann bieten einige kostenlose Tools eine flexible Alternative. Sie speichern verschiedene Einstellungen in separaten Profilen, die man nach Bedarf aktivieren kann.

    Die kostenlosen IP Config Tool und Simple IP Config sind flexibler als Microsofts Alternative IP Konfiguration.

    Ein Vorteil dieses Konzepts besteht darin, dass man nicht auf die Wahl zwischen den kompletten IP-Einstellungen per DHCP und einer vollständigen statischen Konfiguration beschränkt ist. So kann man beispielsweise auch ein Profil einrichten, bei dem die IP-Adresse mittels DHCP dynamisch zugewiesen wird, aber in dem man die DNS-Server statisch festlegt. Das ist etwa dann sinnvoll, wenn immer wieder DNS-Probleme auftreten, die man durch Umschalten auf einen statischen Eintrag umgehen kann.

    Die drei bekanntesten Tools für diese Aufgabe sind Simple IP Config, IP Config Tool (benötigt das .NET-Framework 3.5) und NetSetMan. Die ersten beiden sind Open-Source-Programme und bieten weitgehend den gleichen Funktionsumfang. NetSetMan dagegen ist eine kommerzielle Software, deren Free Edition nur für den privaten Gebrauch kostenlos ist. Sie bietet umfangreichere Netzwerkprofile, die neben der IP-Konfiguration auch Computernamen, die Zugehörigkeit zu Workgroups, Verknüpfungen mit freigegebenen Druckern und Laufwerken sowie die Bildschirm- und Desktop-Einstellungen dynamisch ändern können.

    2 Kommentare

    Bild von Jörg Diel
    Jörg Diel sagt:
    16. Dezember 2016 - 10:33

    selten gibt es eine so durchdachte und gute Lösungsbeschreibung zu einem WIN-Problem zu lesen, wie bei Ihnen hier, da merkt man, dass ein Fachmann am Werk ist. Hat mir sehr geholfen. Vielen Dank.

    Bild von Karsten Kemmer
    Karsten Kemmer sagt:
    26. Juni 2019 - 14:00

    Ganz gut, leider "merkt" sich Windows 10 die feste IP des DNS Servers bei der Verbindung (Beispiel: Ip4 des einwählenden Geräts 192.168.77.89 und trotz aktivierter IP4 Zuweisung über DHCP bleibt IP4 des DNS-Servers bei 192.168.44.173), obwohl unter dem Internetprotokoll keine Einträge mehr erkennbar sind, so dass die Verbindung mit dem Gerät funktioniert, aber weiterhin kein Internetzugriff möglich ist.